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Wir gehen mit...

„Eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt“

Luise Reddemann

Für große Entwicklungsschritte sind viele kleine Schritte nötig. Zu Beginn vor allem, das anzunehmen was ist und zu würdigen, was bisher war. Was „groß“ für den Jugendlichen bedeutet, sind häufig für Umstehende kleine Anpassungsleistungen an Alltag, Zusammenleben und schulische Anforderungen. Oft ist zwischenzeitlich gar kein Fortschritt im Hinblick auf die übergreifende Zielstellung (z. B. Schulbesuch, Ausbildung) zu erkennen. Sogar gegensätzliche Entwicklungen sind möglich und können dem helfenden System, den Erziehern und Lehrkräften, große Geduld abverlangen. Auf‘s und Ab‘s sind Alltag. Die Jugendliche sind meist sehr damit ausgelastet, sich zu stabilisieren, also im Alltag Stück für Stück anzukommen und das Hiersein zu akzeptieren. Es kostet viele Jugendliche große Kraft, wenn sie sich bemühen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die Regeln des Zusammenlebens nahezu einzuhalten und den Anforderungen der Erwachsenenwelt zu genügen. Dann können kleinste Anlässe das kurz gewonnene annähernde Gleichgewicht empfindlich stören. Das Zurückfallen auf früher hilfreiche, aktuell jedoch nicht akzeptierte Verhaltensweisen (z. B. Schreien, Handgreiflichkeiten) ist dann sehr wahrscheinlich. Auch der Jugendliche leidet häufig in solchen Phasen erheblich.

Es gilt dann die Erinnerung: Jeder noch so kleine Schritt bringt den Jugendlichen seinem Ziel ein wenig näher und gibt sich und anderen weitere Hoffnung auf Fortsetzung der Entwicklung. Diese kleinen Schritte zu suchen, zu erkennen und zu würdigen und sie dem Jugendlichen zugänglich zu machen, ist eine wichtige Teamleistung, benötigt Kraft und viel Zeit - zum Reflektieren, Warten, Aushalten und Halten.